Asyl in Brühl

 

Über uns

Der Arbeitskreis Asyl in Brühl ist eine Gruppe von derzeit etwa 50-60 Mitbürgern aus Brühl, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Asylbewerber nach ihrer Flucht in ein Land, dessen Sprache sie nicht sprechen, bestmöglich zu unterstützen. Kein Flüchtling verlässt seine Heimat freiwillig ohne Not. Fluchtursachen sind vielfältig und komplex. Die Aufnahme und Annahme von Flüchtlingen ist eine Herausforderung. Wir helfen allen Flüchtlingen unabhängig von ihrem Status. Sie sind in ihrer jetzigen Situation in Not und können jede Hilfe gebrauchen.

Hier in Brühl sind Flüchtlinge willkommen. Dafür, dass das so bleibt, setzt sich der Kreis Asyl in Brühl ein. Wir wollen den Asylbewerbern Kontakt zu Brühlern ermöglichen, ihre Sorgen anhören ihnen bei Problemen helfen und die Integration in unsere Gemeinde erleichtern.

Viele Anregungen und Ideen bilden die Grundlage zum „Weiter so“ der Menschen, die bei „Asyl in Brühl“ aktiv sind.

 

Ehrenamtliche zur Unterstützung des Asylkreises gesucht

 

In Brühl haben zahlreiche Menschen aus den unterschiedlichsten Krisengebieten eine Unterkunft gefunden. Um die Eingliederung in die Gemeinde zu erleichtern, benötigen sie Ihre Hilfe.

Dank des Engagements von Bürger/innen in Zusammenarbeit mit Kirche und Gemeinde konnte bereits Vorbildliches geleistet werden. Die ehrenamtliche Gruppe „Asyl in Brühl“ benötigt Unterstützung, um die Integration der neuen Mitbürger/innen zu erleichtern.

Haben Sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt in diesem Bereich ein wenig mitzuwirken? Dann informieren Sie sich unverbindlich näher! Gerne unter der nachstehenden Kontaktadresse oder bei dem regelmäßigen Treffen im „Café Kontakt“, Evang. Gemeindezentrum, Hockenheimer Str. 3, Brühl – jeweils der

1. Donnerstag im Monat / 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr!

Wir freuen uns am 01.03.2018 auf Sie!

Info & Kontakt: www.asylinbruehl.de, Theo Stadtmüller 0173 3088912, info@asylinbruehl.de

 

Brühler Rundschau


Aus: Schwetzinger Zeitung
Flüchtlingshilfe Bürgermeister Dr. Ralf Göck stellt die Integrationsmanagerin Marsha Figueroa offiziell vor / Dezentrale Unterbringung als richtungsweisender Weg

 

Verschiedene Menschen leben unter einem Dach

23. Juni 2018Autor: Volker Widdrat (vw)

 

Brühl. Seit Anfang des Monats hat die Gemeindeverwaltung weitere Unterstützung in der Flüchtlingsarbeit. Bisher kümmerten sich Thomas Weis und Marion Thüning vom Sozialamt um die Zuweisung der Flüchtlinge in die gemeindeeigenen Wohnungen, jetzt ist mit Marsha Figueroa noch eine Integrationsmanagerin zuständig für alle Fragen rund um die Flüchtlingsbetreuung.

 

„Ich freue mich über die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde“, sagte die 39-Jährige bei ihrer Vorstellung in großer Runde. Gut zwei Dutzend Vertreter von Realschule, Grundschule, Sonnenschein-Hort und Hort der Jahnschule, von Kindergärten und evangelischer Kirchengemeinde, die alle mit dem Bereich der Flüchtlingsintegration zu tun haben, waren im Ratssaal dabei.

 

Marsha Figueroa ist amerikanischer Abstammung und war bereits zweieinhalb Jahre in der Erstaufnahmeeinrichtung in Mannheim beschäftigt. Die zunehmende Zahl von Flüchtlingen in der Hufeisengemeinde habe diese Personalmaßnahme notwendig gemacht, sagte Bürgermeister Dr. Ralf Göck: „Wir gehen unsere eigenen Wege. Das hat sich bisher bewährt.“ Man habe keine Sammelunterkünfte gebaut, sondern von Anfang an auf mehrere Wohnungen und Häuser gesetzt. In den vergangenen drei Jahren seien dafür sechs Gebäude angekauft worden. Dort wohnten Flüchtlinge sowie auch Sozialmieter in direkter Nachbarschaft.

 

Bestes Beispiel sei, so Göck, das Gebäude des Heimatmuseums in der Kirchenstraße. Im ersten Obergeschoss befinde sich eine Sozialwohnung, im zweiten lebe eine Flüchtlingsfamilie. Im Erdgeschoss sei das Heimatmuseum. „Das ist ein funktionierendes Konzept“.

 

Das Zusammenleben sei allgemein mitunter aber auch etwas problematisch, meinte Göck. Die Verwaltung habe viel Unterstützung aus dem Kreise der Flüchtlingsbetreuer erhalten, dankte er den Ehrenamtlichen. Jochen Zimmermann von „Asyl in Brühl“ gab den Ball zurück und lobte die Verwaltung für die Politik der dezentralen Unterbringung.

 

Sprache als wichtiges Element

Marsha Figueroa, die gerade zum ersten Mal beim Kümmerer-Treffen gewesen war, ist seit drei Wochen mit an Bord. Sie spricht neben Deutsch auch Englisch und Französisch. Sie war schon bei allen Familien, die in Gemeindewohnungen untergebracht sind. Die dezentrale Unterbringung „beseitigt schon mal von vorneherein einige Probleme“, meinte sie. Wichtig bei ihrer Arbeit sei vor allem, den Spracherwerb und den Übergang von Schule zum Beruf bei den Jugendlichen zu fördern.

 

Zum Job der Integrationsmanagerin – in Brühl eine Dreiviertel-Stelle – gehöre auch die Einzelfallberatung: „Familien betreuen, Kontakt zur Schule halten, Ehrenamtliche heranführen, Sprachkurse vermitteln, im Asylverfahren beraten.“ Dazu erstelle sie für jeden Flüchtling einen Integrationsplan. Zurzeit organisiert sie gerade einen Deutschkurs für Frauen mit Kleinkindern.

 

Auch ein Gesundheitsprojekt für Migranten, etwa über Ernährung und Kindererziehung, ist in der Planung. „Das langfristige Ziel ist ein richtiges Integrationskonzept“, sagte Figueroa.

 

Marion Thüning erläuterte der Runde die Arbeit der Flüchtlingsbeauftragung. Das Sozialamt weist den Brühl zugeteilten Flüchtlingen eine Wohnung zu. Jede Wohnung ist mit Stuhl, Tisch, Bett, Küche und Waschmaschine ausgestattet. Die Unterbringung von Familien gestalte sich einfacher als die Versorgung von Einzelpersonen. Momentan würden allerdings vor allem alleinstehende Männer vermittelt, Familien mit Kindern gebe es kaum noch.

 

Ein Flüchtling mit Anerkennung gehe zum Jobcenter, alle anderen liefen über das Asylbewerberleistungsgesetz beim Landratsamt. „Unsere Arbeit läuft unter dem Banner Hilfe zur Selbsthilfe“, meinte die Mitarbeiterin des Sachgebiets Soziales. Wenn neue Flüchtlinge da seien, würden möglichst zeitnah Ehrenamtliche sowie Schulen und Kindergärten informiert.

 

Eine schöne Ergänzung

Thomas Weis führt die Statistik. Nächste Woche werden noch vier Iraker eintreffen. Die Männer gehörten zur Quote der noch aufzunehmenden 17 Personen für dieses Jahr. In der Hufeisengemeinde leben derzeit 126 Flüchtlinge. Zum Jahresende werden es rund 150 Menschen sein. Insgesamt 55 Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre sind darunter.

 

„Wir liegen gut, eine Wohnung ist noch zu belegen“, beschrieb Thüning die Situation. Auch die Verwaltung der Wohnungen, hier geht es meistens um Reparaturen, Mülltrennung oder Reinigung, sei die Sache des Sozialamts. Zudem dankte sie den Ehrenamtlichen und den Schulen für die gute Zusammenarbeit. Mit der neuen Integrationsmanagerin erfahre die Arbeit des Sozialamtes „zum Glück noch eine schöne Ergänzung“.

 

Die Runde tauschte sich noch weiter aus. Für einige Familien werden noch Betreuer gesucht. Wer helfen möchte, könne sich an die neue Integrationsmanagerin wenden. Die vorläufige Unterbringung der Flüchtlinge obliege dem Rhein-Neckar-Kreis – bis zur Entscheidung der Behörden. In den Vorbereitungsklassen der Schulen gebe es häufig Fluktuation, wurde in der Diskussion deutlich. Viele Kinder seien in Vorbereitungsgruppen und würden am Regelunterricht teilnehmen, darüber hinaus verbringen sie auch Zeit in den für sie eingerichteten Kursen.

 

© Schwetzinger Zeitung, Samstag, 23.06.2018

Alle Rechte vorbehalten

Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Mannheimer Morgen Großdruckerei und Verlag GmbH

URL:https://www.morgenweb.de/schwetzinger-zeitung_artikel,-bruehl-verschiedene-menschen-leben-unter-einem-dach-_arid,1270927.html


Ehrenamtliche Fahrradwerkstatt für Bedürftige

 

Das im Dezember 2016 gestartete Projekt entwickelt sich weiter.

 

Dank der freundlichen Unterstützung von Herrn Noe, Fa. Strampelpeter, konnten wieder einige Räder gangbar gemacht werden. Wir haben nun einige Herrenräder, Damen – und  Jugendräder fertig. Bedürftige Mitbürger und Asylbewerber können sich gegen eine Spende mit funktionsfähigen Fahrrädern ausstatten. Wir sind donnerstags ab 17.30 Uhr im Keller des Pavillons der Schillerschule, Eingang rechts hinten (neben Steffi-Graf-Park).

 

Weiterhin suchen wir noch Mithelfer mit etwas Erfahrung und technischem Verständnis, die wir mit unserem Projekt begeistern können. Interesse geweckt?

Kontakt: Klaus Triebskorn, Tel. 74859, Werner Huber, Tel. 77450.

 


 Neues aus dem Projekt „Fahrradwerkstatt für Bedürftige“

 

Jedes Rad ist eine Herausforderung

 

Inzwischen ist man richtig gut eingerichtet mit Werkzeug, Vorrichtungen und Ersatzteilen. Die Werkstattausstattung wurde von den Mithelfern größtenteils selbst angefertigt und montiert. Weit über 50 Räder konnten seit Dezember 2016 bisher hergerichtet, repariert und für den Alltagsbetrieb geeignet, abgegeben werden.

 

Und alles ehrenamtlich!

 

Die Anschubfinanzierung durch die Grüne Liste Brühl e.V. hatte wesentlich dazu beigetragen, den heutigen Stand zu erreichen. Jetzt müssen weitere Investitionenaus den Spenden für die abgegebenen Fahrräder finanziert werden.

 

Aktuell reiht sich das Projekt in Europas größte Kommunikationskampagne rund um das Thema „Abfallvermeidung“ ein. Im Rahmen des Jahresmottos „Gib‘ Dingen ein zweites Leben“ und der Frage, wie Reparatur in Deutschland gestärkt werden kann, um Abfälle zu vermeiden, ist die Gruppe aktiv unterwegs. Sie schont damit die natürlichen Ressourcen im Sinne der Kreislaufwirtschaft und praktiziert den Klimaschutz.

 

Zu einem recht großen Fundus an gespendeten Fahrrädern kam die Projektgruppe durch die Auflösung des Polizeilagers der Gemeinde, durch die Auflösung der Fahrradwerkstatt in Oftersheim und durch viele Spenden aus der Bevölkerung. Nicht zuletzt auch durch Spenden von Hausgemeinschaften, wie die im Oftersheimer Weg 21, als im August Herr Ries und Herr Gothe die Bewohner anfragten, welche  Räder denn noch benötigt werden. 12 Räder konnten sie der Gruppe somit vermitteln, von denen bereits einige hergerichtet wurden und einen neuen Besitzer gefunden haben. „Natürlich ist keines der Räder, die wir bisher erhielten, fahrbereit. Jedes Fahrrad ist eine Herausforderung, benötigt Ersatzteile, eine individuelle Bearbeitung und viel Liebe für’s Detail“, so Projektleiter Klaus Triebskorn. „Es erfordert oft sehr viele Stunden, bis ein Rad fertig ist“.

 

„Fahrrad auf Bestellung ist schwierig. Das hat uns schon häufig in Stresssituationen gebracht, wenn wir unsere terminlichen Zusagen nicht halten konnten, entweder wegen fehlender Ersatzteile oder weil sich das gewünschte Rad dann doch als unreparabel herausstellte“, berichtet Hermann Scheuler. „Daher ist unsere Gruppe dazu übergegangen, vorwiegend zuerst Räder fertigzustellen und daraus einen kleinen Fundus bereitzustellen, damit diese dann gegen eine Spende abgegeben werden können“. Derzeit sind 10 Fahrräder fertig, darunter Damenräder, Herrenräder, Jugendräder.

 

Dabei bricht Projektleiter Klaus Triebskorn eine Lanze für die frühere Fahrradgeneration. „Wir stellen immer wieder fest, dass Räder älterer Bauart mit weniger Reparaturaufwand fertig zu stellen sind, als Räder neuerer Fertigung“ so Triebskorn, „die Alten waren eben doch stabiler und zuverlässiger“.  „Als Stammbesetzung sind wir zu dritt, sporadisch kommen weitere Helfer hinzu, so wie Abdul aus dem Kreis der Asylbewerber und Galdeu aus Mosambik. Aber auch Schüler machen bei uns mit“, berichtet Werner Huber, der von Anfang an dabei ist, “hier wird Integration und Sprache lernen ganz nebenbei geübt und praktiziert“.

 

Mit der Zeit entwickelt sich jeder Mithelfer zum Spezialist. „Das geht vom Fahrradelektriker über den Schaltungsfachmann, Felgenausrichter, Bremsenguru bis hin zum Mantel- und Schlaucherneuerer. Es ist eben bei der Vielfalt der Modelle und Ausführungen nicht so einfach, für jeden Mangel eine Lösung parat zu haben“, so Triebskorn weiter. „Da ist eine Spezialisierung schon sinnvoll. Bei der Menge an Fahrrädern, die noch zu reparieren sind, wäre es lt. Triebskorn jedoch erforderlich, weitere Helfer, wenn möglich mit etwas Erfahrung und technischem Verständnis, für unser Projekt zu begeistern. 

 

Wer also donnerstags ab 17.00 Uhr ein wenig Zeit aufbringen kann, ist gerne in unserer Werkstatt im Keller des Pavillons der Schillerschule willkommen. 

 

Kontakt: Klaus Triebskorn, Tel. 74859, Werner Huber, Tel. 77450.